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Der visuelle Part im Club – VJs erobern eine neue Dimension

Die Bässe dröhnen und verleiten zum Abtanzen, die Bar bietet exotische Drinks zu moderaten Preisen, es sind nette Menschen um einen herum und alle in Partylaune, seit dem Rauchverbot nimmt man Gerüche intensiver wahr (wenn’s auch oft nicht die Erwünschten sind). So eine Partynacht im Club ist eine Erfahrung für fast alle Sinne.

Der optische Reiz besteht aber oft nur aus bunt blinkenden Lichtern, vielleicht ein Laser, Stroboskop und Nebel. So war das jahrelang bis eines Tages die VJs aftauchten und nette Videos auf grosse Leinwände projizierten. Meist vorproduziertes Material, das dann “so nebenher” abgespielt wird und nicht synchron zur Musik läuft. Und schon gar nicht den Spannugsbögen folgend die gekonnt von den DJs auf- und wieder abgebaut werden.

Die heutige Technologie bietet nun aber viel mehr Möglichkeiten, Musik und Bild in Einklang zu bringen. Explosiv steigende Rechenleistung der PCs, neuartige Controller und vor allem innovative Software mit Echtzeitberechnung von Bildmaterial geben dem modernen VJ Mittel in die Hand um den Feier-Abend zu einer einzigartigen Erfahrung auch für die “Sehenden” zu machen.

Das sound:frame Festival in Wien mit dem diesjährigen Motto “dimensions” setzte sich insbesonders damit auseinander, wie der Raum an sich in die visuelle Performance eingebunden werden kann. VJs von heute haben einige Möglichkeiten: eher “klassische” Verfahren, wie z.B. Erzeugung von 3D-Bildern auf 2D-Leinwänden mittels rot/cyan-Brillen; Bespielung von z.B. statischen Häuserfassaden, die mittels Projektion zum Leben erweckt werden und einzustürzen scheinen; Interaktion mit den Tänzern; Verwenden von 3dimensionalen Oberflächen; Mapping auf Skulpturen; der Fantasie scheinen keine Grenzen mehr gesetzt.

Welche Software und Techniken dazu eingesetzt werden, wird kurz von ein paar der Künstlern, die auf dem sound:frame Festival waren, in dem Artikel “VJing – Syn(c)ästhetik” von Eva Fischer aus De:Bug 141 beschrieben. Auch der Artikel “3-D-Grafikwelten im realen Raum” von Barbara Wimmer berichtet darüber. vvvv ist anscheinend das Tool für die Windows-Fraktion, Quartz Composer das für die Mac-Jünger. Max/MSP/Jitter bietet sich für beide Systemwelten an. Hierbei sollte auch Max for Live, die Schnittstelle zu Ableton Live, erwähnt werden, denn damit wird die Brücke zur Audio-Welt sicher einigen DJs/Liveacts einfacher gemacht. Dazu TouchOSC auf einem iPhone oder iPad um nicht-drahtgebunden überall im Raum die Möglichkeit der Steuerung zu haben.

Was können wir nun erwarten? Der zeitgenössische VJ wird viel mehr zum Künstler – wenn er denn will und sich mit der Technik auseinandersetzt. Die Party-Veranstalter müssen dabei natürlich auch mitspielen und der Kreativität freien Raum bieten, indem sie innovative Künstler buchen. Aber dann kann es zu einer vollkommen neuen, mind-blowing, alleSinneBetörenden Erfahrung im Club kommen!

(Um dem Thema “visuelle Kunst” besonderen Nachdruck zu verleihen – insbesondere der Abwesenheit einer solchen – wurden in diesem Artikel keine Videos oder Fotos direkt eingebunden. Drücke auf die Links im Text!)

ReturnTrip – Primordial Emotion

ReturnTrip - Primordial Emotion
Einen sehr relaxten und gechillten Mix hat ReturnTrip mit Primordial Emotion produziert. Ob es in Japan zur Zeit genauso heiß ist wie hier in den letzten Tagen ist mir unbekannt, aber zum faul in der Sonne liegen mit einem kalten Getränk in der Hand oder zum abendlichen Yakitori-Grillen und ein wenig Sake – der passende musikalische Hintergrund wird hier geliefert.

Tracklist:

01. Cairo – By the Wayside
02. Lostlojic – Watcher (rmx)
03. Idlemode – Running Disk
04. ??? – Somewhere Inbetween more bass
05. Einum Of – Abstract Attraction
06. Idlemode – Look 4 You
07. Interval – Destiny Has Fallen
08. Monolake – Infinite Snow
09. eleven tigers – Prosthesis
10. Gemineye – Aftermath
11. Delta Labs – Codex
12. Apathesis – Untitled
13. Ted Esha – Shiver
14. RxYLAB – Dead Leaves Form The Pixel Ground
15. DFRNT – An Early Place
16. Acre – Particle Horizon

Dub_Fx – everythinks a ripple sample pack

Dub_Fx_LogoRemixen liegt im Trend und macht Spass – vorausgesetzt man hat das richtige Rohmaterial.

Jetzt darf sich jeder der möchte mit Samples von Dub_Fx beschäftigen, sie durch den Wolf drehen und hoffen, dass etwas Ordentliches dabei herauskommt. Der Meister des Live-Loopings und Beatboxings bietet sowohl Vocal- als auch Harmoniespuren aus seinem aktuellen Album “Everythinks A Ripple” zum Download an. Dies ist sein erstes Studioalbum, die Spuren sind dementsprechend sauber aufgenommen und lassen ein wenig das Dub_Fx-Live-Feeling vermissen. Sehr schön sind die Harmoniespuren, sie versprühen ein warmes, gechilltes Wohlbehagen.

Diese sehr behagliche Atmosphäre, erschafft er, der sich selbst übrigens als

musician from satans secret garden

bezeichnet, alleine durch die Macht seiner Stimme, die durch ein Roland Effekt- und Looppedal geschickt wird. Andere Sounds wurden auf dem Album nicht verwendet – 100% pure human!

Wer sich nun der Herausforderung stellt, einen Remix – sei es mit rein ”humanen” Mitteln oder mit elektronischer Unterstützung – zu versuchen, kann auch was gewinnen. Dub_Fx verspricht den Besten eine Veröffentlichung auf seinem Remix-Album.

Live zu hören ist Dub_FX unter anderem am Freitag, 6. August 2010 um 22:00 in der Röhre in Stuttgart: DUBWARS pres. DUB FX Cause & Fx Europe Tour 2010.

Tristan Perich – 1-Bit Symphony

Die Tonträger sind tot – jetzt werden Alben in Hardware gegossen und verkauft. Tristan Perich macht das mit seiner 1-Bit Symphony, einer fünfsätzigen elektronischen Komposition auf einem einzigen Microchip.

Dabei benutzt er nur elektrische “An”- und “Aus”-Impulse als Grundlage, die mit etwas Assembler-Code auf dem Microchip verarbeitet werden. Die Daten  offenbaren sich dann über einen Kopfhörerausgang als Sounds und bringen die Sinfonie so zum Erklingen.

Dies ist mehr als ein simples Album – eher ein Gesamtkunstwerk das man gern in den Händen halten möchte. Möglich wird dies ab dem 24. August 2010, da wird es auf Cantaloupe released.

Spliffolian – Dutch Rain is Always the Same

Spliffolian @ workSpliffolian aka Selecta Folian steht seit neun Jahren hinter den Plattentellern. Er war schon immer ein passionierter Musikhörer und Musiker, begeistert von vielen verschiedenen Stilen. Seine DJ-Karriere startete er bei einem College-Radiosender in Portland, Oregon als Roots, Reggae und Dub Selecta. 6 Jahre lang verfeinerte er seine DJ-Skills während seiner Radiosendung bei KRRC, dabei lernte er neue Stile und Einflüsse kennen, die ihn schließlich zu Dubstep und Future Dub hinführten. Nach einem Umzug nach San Francisco in 2007 tauchte er dort vollständig in die Dubstep-Szene ein und legte sowohl bei lokalen Dubstep-Events, z.B. Brapdem!, als auch bei Reggae-Nights, z.B. Jah-Warrior Shelters Bless Up wöchentlich im Milk, sowie bei vielen anderen Underground-Veranstaltungen auf. Im August 2008 verlies er San Francisco in Richtung Utrecht, Holland, wo er schnell Kontakt zu den Dubstep Crews the Randstad Rollaz und DUBieus knüpfte. Dort war er Resident bei der monatlichen Wobble Trouble der Randstad Rollaz und spielte auf anderen Parties in der Gegend von Utrecht und Amsterdam, darunter auch LED @ SJU, Gute Laune! (Eat This!) @ ACU und Dub City @ Club Bitterzoet. Jetzt lebt Spliffolian in Boston wo er weiter sein Ding durchzieht indem er bei den dortigen Dubstep-Events Bassic und Dubwise auflegt und weitere Auftritte mit seiner neuen Crew subDuction plant.

Spliffolians Ausdrucksformen sind vielseitig. Er bewegt sich innerhalb einer großen Bandbreite von Sounds und Stilen, angefangen bei Roots, Dancehall und Dub über Hip-Hop und Future Dub bis zu Dubstep, mit einem speziellen Augenmerk auf deepe, nuancierte Sounds, heftige, dreckige Basslines und einzigartige Melodien. Da er schon immer vom Radio begeistert war und dort auch einige Pionierarbeit leistete, bei einigen SubFM Shows wie auch bei dem jetzt eingestellten Certain Mind State Radio mit seinen Utrechter DJ-Kollegen Bojcot Selectah (OH GOSH!) und Roonigan, hat er nun eine neue wöchentliche SubFM Show (montags, 2-4 Uhr AM GMT) von Boston aus gestartet.

Hier präsentieren wir euch seinen DJ-Mix Dutch Rain is Always the Same, zu dem er sagt:

One for the rainy days living in Holland to chill out and percolate on…

Der Mix wurde im Juli 2009 klassisch mit 2 Turntables und einem Mixer aufgenommen, dabei kamen nur Vinyls und ein bischen Serato zum Einsatz.

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