Kabel können ganz schön lästig werden, wenn’s zu viele sind. Um zwei Audio-PCs optimal miteinander zu verbinden, braucht man einige Strippen – Audio, MIDI, Netzwerk,… da ist man doch froh, wenn man welche einsparen kann.


Hier will ich rtpMIDI vorstellen, ein network MIDI driver für Windows XP bis 7, 32 und 64 bit. Auf MIDI-Kabel zwischen den Rechnern kann nun verzichtet werden, ein LAN ist ja meist sowieso vorhanden – und über WLAN braucht’s überhaupt keine Kabel mehr dafür.

Wohlgemerkt das ist keine neue Erfindung. Apple-Rechner können das seit Jahren von Haus aus, auch iPhone und iPad sind seit iOS 4.2 mit CoreMIDI ausgestattet und können das. Dieser Treiber lässt nun auch Windows-betriebene Rechner an einem systemübergreifenden MIDI-Verbund teilnehmen.

Getestet habe ich das mit zwei Windows 7 64 bit Rechnern und einem MacBook Pro mit OS X 10.6. Nach der Installation des Treibers kann man sessions (entsprechen in etwa einem MIDI-in-und-out-Kabel) erstellen. Sobald ein anderer Rechner eine session öffnet, finden sich diese über Bonjour und man kann sie einer session hinzufügen. Nun noch einen Sequencer (Cubase) auf dem einen und einen Klangerzeuger (Kore Player) auf dem anderen Rechner starten, die session erscheint im jeweiligen Setup der Programme als MIDI-Port… genauso wie man das von Macs gewohnt ist.

Also los geht’s. Soweit funktioniert alles einwandfrei, die MIDI-Daten fliessen in beide Richtungen zwischen den Windows-Rechnern. Einen bug habe ich dann wohl doch gefunden: wenn man die Rechner nicht aus der session entfernt, bevor man die session beendet, hängt sich der Treiber auf. Erst nach einem Neustart des rtpMIDI-Dienstes konnte ich weiterarbeiten. Der nächste Schritt: den MacBook (WLAN) mit einem virtuellen MS-20 integrieren. Das machte keinerlei Probleme.

Schließlich kann ich rtpMIDI durchaus jedem empfehlen, der Rechner über MIDI verbinden will. Es tut seinen Job.


Ein anderes typisches MIDI-Problem löst loopMDI. Verschiedene MIDI-fähige Programme auf einem Rechner zu verbinden funktioniert manchmal eben nur über Hardware-Ports, nicht alle haben eine Rewire- oder VST-Schnittstelle. Solche Ports in virtueller Form stellt dieser Treiber bereit. Sie können im laufenden Betrieb hinzugefügt und entfernt werden.

Manch einer kennt vielleicht noch “Hubi’s MIDI loopback device” – der Klassiker in dieser Softwarekategorie, wird leider nicht mehr weiterentwickelt (Win7 oder gar 64 bit – ähm, nö).
loopMIDI ist simpel und einfach, ein würdiger Nachfolger.


Erwähnen will ich hier noch MIDI-OX. Das ist sozusagen das Schweizer Messer für MIDI. Monitoring aller empfangenen und gesendeten Daten, Routing zwischen Hardware- und virtuellen Ports, Filtern von verschiedenen Datenarten,… das sind nur einige der vielfältigen Funktionen.

Dies nützliche Tool darf auf keinem (Windows) Audio/MIDI-Rechner fehlen!